Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt

In der heute vierten Runde der Tarifverhandlungen für Sachsen-Anhalts Metall- und Elektroindustrie erzielten die Arbeitgeber und die IG Metall ein Ergebnis. Dem Tarifabschluss müssen die Gremien der Arbeitgeberseite noch zustimmen.

Vereinbart wurde eine Laufzeit des Tarifvertrages von 27 Monaten, vom 1. Januar 2018 bis zum 31. März 2020. Die Beschäftigten bekommen für die ersten drei Monate im März eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Beginnend vom 1. April 2018 erhöhen sich die Entgelte in einer ersten Stufe um 4,3 Prozent. Ab Juli 2019 werden 400 Euro und in den Folgejahren jeweils eine Einmalzahlung in Höhe von 12,3 Prozent des tariflichen Eckentgelts. Dieser Betrag ist in jedem Jahr auf betrieblicher Ebene differenzierbar. Betriebe können diesen Betrag mit Einverständnis der Tarifparteien verschieben, kürzen oder ganz ausfallen lassen. Ab dem Jahr 2019 bekommen die Beschäftigten eine weitere neue Sonderzahlung von 27,5 Prozent eines Monatsverdienstes.

Für die Arbeitszeit wurde zukünftig eine flexiblere Ausgestaltung vereinbart. So können Firmen mit deutlich mehr Beschäftigten 40 Stunden arbeiten. Die Beschäftigten wiederum haben einen Anspruch auf befristete Teilzeit von 6 bis 24 Monaten. Sie können ihre Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden absenken. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Firmen dies ablehnen, etwa wenn es betrieblich nicht umsetzbar ist. Zur Tarifvereinbarung gehört ab 2019 auch die Möglichkeit, zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit zu wählen. Zum Beispiel können Eltern, pflegende Angehörige und Schichtarbeiter einen Teil der Sonderzahlung in acht freie Tage umwandeln.

„Der erzielte Kompromiss wird für eine Reihe von Mitgliedsunternehmen nur unter Inanspruchnahme der unterschiedlichen tariflichen Differenzierungsmöglichkeiten wirtschaftlich umsetzbar sein. Insofern kann der Abschluss seine Herkunft aus einem der Kernländer der deutschen Fahrzeugindustrie nicht verhehlen. Positiv zu bewerten ist die Laufzeit von 27 Monaten und die Möglichkeiten, das Arbeitszeitvolumen auszuweiten. Auch die für unsere regionale Industrie wichtige 38-Stundenwoche wird trotz intensiver Intervention der IG Metall weiterhin Bestand haben.“, erklärt Matthias Menger, Hauptgeschäftsführer vom Verband der Metall und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt e. V. (VME).