Pollert: Brauchen mehr Spielraum für Investitionen in Digitalisierung

Eine gute wirtschaftliche Lage und positive Erwartungen für die Zukunft – das ergab die 28. Chef-Umfrage des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL unter seinen Mitgliedsunternehmen. An der Erhebung hatten sich 189 Unternehmen mit knapp 84.000 Beschäftigten beteiligt. Die Ergebnisse stellte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert vor.

„Wir freuen uns über die aktuell guten Konjunkturdaten und eine positive Stimmung in unseren Unternehmen. Zum Glück: Denn die Metall- und Elektroindustrie steht vor einem gewaltigen Strukturwandel, der uns über Jahre beschäftigen wird: in Richtung Digitalisierung, Entwicklung neuer Antriebe und einer stetigen Intensivierung der Dienstleistung. Um auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen wir erheblichen Spielraum für Investitionen in die Zukunft, damit es uns auch morgen noch so gut geht wie heute“, fasste Pollert die Situation der hessischen Metall- und Elektro-Industrie zusammen und verwies auf die vom HESSENMETALL-Vorsitzenden Wolf Matthias Mang vorgestellten Ergebnisse der aktuellen Sonderfrage zur Digitalisierung.

Pflichtenheft für eine verantwortungsvolle Tarifpolitik

Daraus leitete Pollert folgendes Pflichtenheft ab für eine verantwortungsbewusste Tarifpolitik, die in guten Zeiten für anstrengendere Zeiten vorsorge: „Zum einen dürfen wir die Exportstärke der deutschen M+E-Industrie nicht durch zu hohe Kostenbelastungen gefährden. Zum andern dürfen wir Auslandsinvestitionen aus Kostengründen zu Lasten heimischer Standorte keinen Vorschub leisten, sondern nur solchen zur Markterschließung. Dazu müssen wir den Unternehmen Raum für Zukunftsinvestitionen lassen und unseren Unternehmen ermöglichen, ihre Kundenwünsche und Aufträge durch passende Arbeitszeitflexibilisierung pünktlich, mit bewährter Qualität zu weltweit wettbewerbsfähigen Preisen zu bedienen, statt den Fachkräftemangel zu verschärfen.“

Deshalb hätten die M+E-Arbeitgeber von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gestern der IG Metall schon in der 2. Tarifverhandlung ein Angebot vorgelegt. Es sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro für die Monate Januar bis März 2018 und eine Tabellenerhöhung in Höhe von 2 Prozent ab 1. April 2018 für weitere 12 Monate vor. Bei diesem Angebot gingen die M+E-Arbeitgeber davon aus, dass der Tarifabschluss die Möglichkeiten für eine bedarfsorientierte und bezahlte Ausweitung des Arbeitszeitvolumens beinhalte, welche die Betriebe in Zeiten des Fachkräftemangels dringend benötigten.

(Quelle: HESSENMETALL)