HESSENMETALL Darmstadt und Südhessen: Tarifverhandlungen werden durch Streiks unnötig belastet

„Die südhessischen Metallarbeitgeber kritisieren die Streikaktivitäten der IG Metall bei der Ixys Semiconductor GmbH in Lampertheim. Sie belasten die anstehenden Tarifverhandlungen. Streiks dürfen nur das letzte Mittel sein, sofern Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen. Doch statt sich inhaltlich mit unseren Forderungen und unserem Angebot zu beschäftigen, schickt die IG Metall ihre Mitglieder lieber auf die Straße. Die so entstehenden wirtschaftlichen Schäden erhöhen den Druck auf die nächste Verhandlungsrunde in unverantwortlicher Weise“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von HESSENMETALL.

Widuch machte deutlich, dass die Arbeitgeber Teile der IG Metall-Forderung – den Teilentgeltausgleich für Beschäftigte mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen, die ihre Arbeitszeit vorübergehend absenken – nicht nur für ungerecht und praxisuntauglich, sondern auch für diskriminierend und daher rechtswidrig halten. Deshalb seien auch Streiks für diese Forderung rechtswidrig. Dies habe auch ein vom Schwesterverband Südwestmetall in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten eindeutig bestätigt. Es sei den Arbeitgebern dennoch nicht daran gelegen, den Tarifkonflikt von Gerichten entscheiden zu lassen.

„Auch gerichtliche Auseinandersetzungen sind für uns immer nur Ultima Ratio. Damit gehen wir sehr verantwortungsvoll um. Gleiches erwarten wir aber auch von unserem Sozialpartner bei Streiks, insbesondere mit Blick auf deren gravierende wirtschaftliche Schäden“, sagte Widuch.

In der nächsten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am 18. Januar, wollen die Arbeitgeber wieder den Dialog mit der IG Metall suchen. „Wir erwarten, dass die Gewerkschaft sich mit unserem Angebot auseinandersetzt und wir gemeinsam über eine angemessene Entgelterhöhung sprechen können. Auch über Möglichkeiten einer zeitweisen Reduzierung der Arbeitszeit können wir reden, aber nur wenn gleichzeitig Möglichkeiten geschaffen werden, das benötigte Arbeitszeitvolumen sicherzustellen. Beschäftigte sollten individuell auf freiwilliger Basis auch länger arbeiten dürfen. Worüber wir aber definitiv nicht diskutieren werden, ist ein diskriminierender und rechtswidriger Lohnzuschlag. Mehr Geld für nicht geleistete Arbeit kann es nicht geben. Auch in dieser Tarifrunde können wir eine nachhaltige Lösung nur am Verhandlungstisch finden und nicht auf den Straßen oder vor den Toren der Unternehmen“, sagte Dirk Widuch abschließend.