Heger: Fenster in neue Arbeitswelt geöffnet

Gemeinsam mit den Partnerverbänden der Mitte-Gruppe hat PfalzMetall heute für die rund 45.000 Beschäftigten in der pfälzischen Metall- und Elektroindustrie einen Tarifabschluss erzielt.

Johannes Heger, Präsident von PfalzMetall und Verhandlungsführer, bewertet es als positiv, dass der Abschluss den Unternehmen mehr Möglichkeiten gibt, das Arbeitszeitvolumen insgesamt zu erhöhen. „Zukünftig werden in besonderen Fällen bis zu 45 Prozent der Beschäftigten 40 Stunden arbeiten dürfen. Das ist ein wichtiger Schritt, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und dem Fachkräftemangel zu begegnen“, so Heger.

Im Gegenzug gibt der Abschluss auch den Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zeitlich befristet zu reduzieren. „Der Abschluss öffnet ein Fenster in eine Arbeitswelt, die von Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung geprägt ist. Unternehmen und ihre Beschäftigten haben zukünftig mehr Möglichkeiten, das Arbeitsvolumen bzw. die Arbeitszeit anzupassen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Heger.

Die Tabellenerhöhung von 4,3 Prozent spiegle die insgesamt sehr gute Situation in der Branche wider. „Für einige Unternehmen ist das kaum zu schultern. Immerhin können sie einen Teil der neuen jährlichen Sonderzahlung verschieben oder ganz aussetzen“, erklärt Heger. Positiv sei zudem die lange Laufzeit von 27 Monaten. „Das gibt unseren Unternehmen Planungssicherheit.“

Die Gremien von PfalzMetall werden am kommenden Mittwoch, den 14. Februar, über den Tarifabschluss abstimmen.

Der Abschluss im Einzelnen

  • Die Entgelte werden zum 1. April 2018 um 4,3 Prozent erhöht.
  • Im Zeitraum Januar bis März gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro.
  • Ab 2019 wird es dann dauerhaft eine weitere Sonderzahlung in Form eines tariflichen Zusatzgeldes geben. Dieses setzt sich zusammen aus 27,5 Prozent eines Monatsentgelts sowie einem für alle Beschäftigten identischen Betrag. Letzterer kann als dauerhafte Differenzierung betrieblich verschoben, abgesenkt oder gestrichen werden.
  • Die Arbeitszeit wird flexibel gestaltet. So können viele Betriebe mit deutlich mehr Beschäftigten 40-Stunden-Verträge abschließen.
  • Im Gegenzug haben Beschäftigte künftig einen Anspruch auf befristete Teilzeit von 6 bis 24 Monaten und können ihre Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden absenken. Die Unternehmen können das unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen, etwa wenn es betrieblich nicht umsetzbar ist.
  • Zum Abschluss gehört auch die Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit ab 2019. Eltern, pflegende Angehörige und Schichtarbeiter können einen Teil der Sonderzahlung in acht freie Tage umwandeln. Außerdem gibt es eine tarifliche Rahmenvereinbarung zum mobilen Arbeiten.