Brossardt: Faires Angebot vorgelegt - vbm fordert Abkehr vom Teillohnausgleich

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. fordert in der dritten Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie eine deutliche Annäherung der IG Metall an das vorgelegte Angebot der Arbeitgeber. Es sieht eine Tabellenerhöhung in Höhe von zwei Prozent ab 01. April 2018 für weitere zwölf Monate vor sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro für die Monate Januar bis März 2018. „Die Beschäftigten der bayerischen M+E Industrie erhalten damit im Kalenderjahr 2018 insgesamt 2,35 Prozent mehr Entgelt – ein erneutes Reallohnplus“, erklärt vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der vbm hatte dieses frühzeitige Angebot vorgelegt, obwohl es bei dem derzeitigen Durchschnittseinkommen von 58.200 Euro keinen Nachholbedarf gibt. Die Lohnerhöhungen summieren sich seit 2012 auf rund 20 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Produktivität nur um zwei Prozent gestiegen. Die für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ausschlaggebenden Lohnstückkosten legten demnach um über 17 Prozent zu. „Wir haben bereits mit die höchsten Arbeitskosten der Welt. Da sind Entgeltforderungen in Höhe von sechs Prozent völlig überzogen. Sie gefährden die Zukunft unseres Standorts und seiner Arbeitsplätze“, betont Brossardt.

Der vbm spricht sich darüber hinaus gegen die von der IG Metall geforderte alleinige Absenkung der Arbeitszeit aus. „Wenn man Flexibilität nach unten ermöglicht, muss man auch Flexibilität nach oben schaffen. Uns geht es darum, dass diejenigen, die gerne mehr arbeiten und entsprechend mehr verdienen wollen, dies auch können“, erklärt Brossardt.

Im Flächentarifvertrag regelt die sogenannte 13 Prozent Quote den Anteil der Beschäftigten, die länger als 35 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Brossardt unterstreicht: „Dass die Arbeitgeber vermeintlich die 35-Stunden-Woche abschaffen wollen, ist falsch. 35 Stunden bleiben die Ankerarbeitszeit in der M+E Industrie. Den eingeschlagenen Weg der IG Metall, durch Warnstreiks die Auseinandersetzung auf die Straße zu verlegen, lehnen wir ab. Wir stehen für Lösungen am Verhandlungstisch bereit. Das umfasst aber nicht den rechtswidrigen Teillohnausgleich, der ist nicht verhandelbar. Jetzt ist die IG Metall am Zug.“