M+E-Konjunktur

M+E-Konjunktur: solides Wachstum

Die M+E-Industrie ist auf einem soliden Wachstumskurs. Wichtige Kennzahlen wie Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung steigen aktuell. Kapazitätsauslastung und Auftragsbestände liegen über dem langjährigen Durchschnitt – aber noch deutlich unter dem Niveau früherer Boomzeiten (z. B. 2007).

Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt

  • Sondereffekte wie die niedrigen Zinsen und der günstige Ölpreis halten die Konjunktur am Laufen. Von Dauer sind diese Effekte nicht.
  • Das lässt sich sehr gut am Euro-Dollar-Wechselkurs zeigen: Der schwache Euro war bislang ein zusätzlicher Antreiber. Er ist im Laufe des Jahres aber stärker geworden und hat damit die Wettbewerbsposition deutscher (und europäischer) Unternehmen in den Dollar-Märkten geschwächt.
  • Zudem belasten anhaltend steigende Lohnstückkosten die internationale Wettbewerbsfähigkeit gerade in der exportorientierten M+E-Industrie.
  • Die Gewinne der Unternehmen sind weit entfernt von Fabelwerten, und sie sind auch nicht gestiegen. Den Betrieben bleiben im Durchschnitt von 100 Euro Umsatz gerade einmal 3,20 Euro an Gewinn übrig – exakt so viel wie im Vorjahr. Und für fast ein Viertel der M+E-Unternehmen bleibt die Ertragslage kritisch: Sie werden 2017 Verluste schreiben oder so gerade mit einer schwarzen Null davonkommen.

Für das Jahr 2017 gibt es bereits einen Tarifabschluss. Für die Tarifrunde 2018 brauchen wir den Blick nach vorne. Klar ist: Die M+EIndustrie kann weiter mit Wachstum rechnen, aber das Tempo wird schwächer werden als 2017.

Außerdem gibt es Risiken und Unsicherheiten

  • Die inländische Konjunktur lebt weiter stark vom Konsum und noch zu wenig von zusätzlichen Investitionen. Investitionen sind aber das Kerngeschäft der M+E-Industrie.
  • Verunsicherung prägt den Automobilmarkt, der für die Metall- und Elektro-Industrie insgesamt enorm wichtig ist.
  • International drohen neben dem Brexit und einer möglichen restriktiven US-Handelspolitik auch neue Unsicherheiten durch den erstarkten Euro sowie im Handel mit der Türkei.

„Wenn vor Ort die Investitionen zu niedrig sind, ist das ein eindeutiges Frühwarnsignal
für die Beschäftigung.“

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg