Herausforderungen der Zukunft

Herausforderungen der Zukunft

Die M+E-Unternehmen stehen vor gewaltigen Zukunftsinvestitionen – und müssen das Geld zusammenhalten

Tiefgreifende Strukturveränderungen wie die Digitalisierung („Industrie 4.0“) werden sich auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter auswirken und neue Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle und neue Formen der Arbeitsorganisation ermöglichen oder sogar erzwingen. Hinzu kommt das Thema Mobilität, das keineswegs nur die Automobilhersteller betrifft, sondern die gesamte Lieferkette – und letztlich auch die Maschinenbauer, die Elektroindustrie, die mit ihnen verbundenen Industriezweige und Dienstleistungen.

Beide Entwicklungen, die Digitalisierung und die neuen Mobilitätskonzepte, erfordern von den M+E-Unternehmen erhebliche Investitionen – in neue Produktionsanlagen, in Forschung und Entwicklung und natürlich in das Know-how der Mitarbeiter. In Sachen Mobilität ist der Investitionsbedarf sogar noch größer, weil bei der Antriebstechnologie nach wie vor mehrere Konzepte parallel entwickelt werden und daher entsprechend parallele Wertschöpfungsketten zumindest so lange aufrechterhalten werden müssen, bis sich ein Konzept bei den Kunden durchgesetzt hat.

Der notwendige finanzielle Spielraum für diese Investitionen muss erst einmal erwirtschaftet werden. Es muss das gemeinsame Anliegen von Unternehmen, Mitarbeitern und Politik sein, dafür zu sorgen, dass diese Investitionen dann auch am Standort Deutschland stattfinden.

  • Für die Investitionen in die Zukunft werden alle Reserven benötigt. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Der M+E-Strukturbericht 2017 zeigt, dass 40 Prozent der Unternehmen in den nächsten fünf Jahren mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes in die digitale Transformation investieren werden – derzeit tun das erst 11 Prozent. Das alleine würde, vorsichtig geschätzt, eine Investitionssumme von 22 Milliarden Euro bedeuten. Jeder Prozentpunkt Entgelterhöhung kostet rund 2,4 Milliarden Euro – und zwar künftig Jahr für Jahr.
  • Der Investitionsbedarf bei den Antriebstechniken ist schwer schätzbar. Aber der Bau einer Akkufabrik in Sachsen erfordert bereits Investitionen in Höhe von einer halben Milliarde Euro, und Volkswagen alleine beziffert die Investitionen für neue Modelle mit Elektromotor in den kommenden Jahren auf 20 Milliarden Euro. Und das ist nur ein Automobilhersteller – und bezieht sich nur auf die Variante Elektromotor.

„Die fetten Jahre sind vorbei … Jahrelang kannten wir nur Umsatz- und Gewinnrekorde. Das hat blind für anstehende Aufgaben gemacht.“

IG Metall Braunschweig