Arbeitnehmer profitieren

M+E-Arbeitnehmer haben profitiert

Die rund 3,9 Millionen Mitarbeiter in der M+E-Industrie haben von der stabilen Entwicklung der Unternehmen in den vergangenen Jahren profitiert. Sie haben sichere Arbeitsplätze und gehören zu den bestbezahlten Arbeitnehmern weltweit mit den kürzesten tariflichen Arbeitszeiten (35/38 Stunden).

  • Die M+E-Unternehmen haben seit März 2010 rund 470.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Allein von Januar bis August 2017 ist die Zahl der M+E-Beschäftigten um rund 58.000 gestiegen.
  • Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeitnehmers in Vollzeit liegt heute bei rund 56.000 Euro – und damit um rund 19.000 Euro über dem Schnitt des Jahres 2000 –, obwohl die Branche in diesem Zeitraum die größte Krise der Nachkriegsgeschichte überstehen musste.
  • Allein die Entgelterhöhungen (und damit Kostenbelastungen für die Unternehmen) aus den Abschlüssen der letzten vier Tarifrunden seit 2012 summieren sich auf 19,5 Prozent – auch wenn mit den Tarifabschlüssen Kompromisse gefunden und noch weitergehende Belastungen verhindert werden konnten.
  • Zusätzlich haben die Mitarbeiter in diesem Zeitraum von stabilen Preisen profitiert. Ihre Einkommen sind seit 2012 real, also nach Abzug der Preissteigerungen, um rund 12 Prozent gestiegen.

Faktisch gab es also in den vergangenen Jahren eine Umverteilung zugunsten der M+E-Arbeitnehmer – selbst dann, wenn man die gewerkschaftliche Definition des Verteilungsspielraumes anlegt:

„Wenn es den Betrieben wirtschaftlich gut geht, sollen auch die Beschäftigten angemessen davon profitieren. Das hat in den vergangenen Jahrzehnten funktioniert und verdient Respekt. Doch wie lange geht diese doch eher einfache Rechnung der Gewerkschaft noch auf, ohne flächendeckend Arbeitsplätze zu kosten?“

Oliver Schade, Hamburger Abendblatt